Nachlese Ewwerschter Kerb 2016

 

Es waren vier herrliche Tage! Eitel Sonnenschein vom Bieranstich an der Eröffnung freitags abends bis zum Ende am Kerbmontag, eingeleitet mit dem traditionellen kommunalen Frühschoppen.

 

Bereits zur Eröffnung hatte sich u.a. viel Prominenz auf dem Rathausplatz eingefunden, neugierig und vielleicht auch etwas bang der Kerberede harrend. Natürlich bekam man wieder ordentlich von der Kerbemutter die Leviten gelesen, bekräftigt mit stürmischem Beifall des Publikums. Dem einen oder anderen wird sicher so einiges zu denken gegeben haben. Oberbürgermeister Jochen Partsch, begleitet von Ehefrau und Enkel, hatte aber dennoch Lust und Laune, den allerdings etwas feuchten Bieranstich vorzunehmen; allein es lag am leicht verbogenen Zapfhahn! Mit Freibier schwenkt man zum einen eventuellen Frust hinunter und zum anderen kann man preiswert seinen Durst löschen. Ruck-zuck war das Fässchen geleert und die Kerb obendrein mit drei gewaltigen Kanonenschüssen der Frankensteiner Kanonenfreunde endlich eröffnet.

 

Samstags boten bei herrlichem Wetter die ganze Oberstraße entlang Flohmarktstände allerlei Buntes zum Verkauf an, zur Freude der Verkäufer und der vielen Schnäppchenjäger. In den Ernst-Ludwig-Saal strömten nachmittags bereits eine Stunde vor Beginn die Seniorinnen und Senioren, angelockt von „Quetschekuche un Riwwelkuche“ und in freudiger Erwartung des anschließenden Unterhaltungsprogramms. Zur gleichen Zeit gab es im Haus der Vereine für die jüngsten Kerbbesucher Marionettentheater der Puppenbühne KOLIBRI; mittlerweile fester Bestandteil der Ewwerschter Kerb und äußerst beliebt.

 

Nach dem sonntäglichen Kerbgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, wo vor genau 165 Jahren die „Kirchweih“ ihren Ursprung hatte, stellte sich der Festzug mit seinen fast 50 Zugnummern auf und setzte sich pünktlich um 14.00 Uhr in Bewegung. Zahlreiche Kerbvereine aus Nachbargemeinden und Darmstädter Stadtteilen waren ebenfalls mit Motivwagen daran beteiligt. Anhand der dichtgedrängten Zuschauermengen, die den Straßenrand säumten, konnte man kaum glauben, dass Ferien waren. Die Eberstädter bleiben halt ihrer Kerb treu und planen ihren Urlaub entweder vorher oder nachher! Am Montagvormittag fanden sich die echten Kerbgänger wieder pünktlich zum Frühschoppen im Haus der Vereine ein. Ein letztes Mal gab es die Kerberede zu hören, zum Abschluss ein letztes Fass Freibier und reichlich Gelegenheit zum „Schwätze mit de Leit“. Um 18.00 Uhr rundete der Dieter-Beßler-Spielmannszug mit einem wunderschönen Serenadenkonzert im Rathausgarten das kulturelle Programm ab, zu dem sich ebenfalls reichlich Publikum hier eingefunden hatte.

 

Bleibt noch zu erwähnen, dass im Haus der Vereine jeden Abend bekannte Bands mit Live-Musik die überwiegend jungen Besucher in ihren Bann zogen und die Stände rundherum vielfältig für das leibliche Wohl sorgten. Im angrenzenden Garten, im Hof und unter dem Scheunendach der Geibel’schen Schmiede hingegen ging es geräuschmäßig beschaulicher zu. Hier trafen sich die „reifere Jugend“, Familien und Grüppchen zum gemütlichen Beisammensein und deftigen Speisen und Getränken. Petrus, der himmlische Wettermacher, hatte dazu wirklich ganze Arbeit geleistet.

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